Archi­tek­tur­büro am Ber­li­ner Platz

Grundlage und Konzept

Die Immo­bi­lie aus dem Jahre 1975 liegt im Zentrum der Stadt Witten an der Ruhr an einer stark fre­quen­tier­ten und leben­di­gen Laden­straße. Die umlie­gen­den Gebäude wurden Anfang der sieb­zi­ger Jahre gesamt­heit­lich als städ­te­bau­li­ches Ensem­ble geplant und sind ein Zeugnis Ihrer Zeit. Das Objekt beinhal­tet im Erd­ge­schoss zwei Laden­lo­kale mit jeweils eigenen Zugän­gen und Schau­fens­ter­be­rei­chen. Das Ober­ge­schoss wurde als Büro­flä­che genutzt, ent­spricht aber auf­grund der klein­tei­li­gen Raum­struk­tu­ren nicht mehr den heu­ti­gen Anfor­de­run­gen an moderne Arbeits­wel­ten. Die Fas­sa­den und Dach­flä­chen mussten kern­sa­niert werden. Trotz der auf­wen­di­gen ener­ge­ti­schen und tech­ni­schen Über­ar­bei­tun­gen sollte der Bezug zum Ensem­ble erhal­ten bleiben.

Raumorganisation

Das Ober­ge­schoss wurde kern­sa­niert und funk­tio­nal den Anfor­de­run­gen an ein Archi­tek­tur­büro ange­passt. Die Trag­werks­struk­tur des Gebäu­des hat die Umset­zung einer offenen Büro­land­schaft begüns­tigt. In dem nahezu qua­dra­ti­schen Grund­riss sind ledig­lich die Außen­wände und ‑stützen und eine zen­trale Innen­stütze tragend. So konnten im Zuge des Umbaus sämt­li­che Innen­wände ent­fal­len. Die neuen Arbeits­plätze wurden an den Fas­sa­den plat­ziert und erhal­ten so opti­male, natür­li­che Belich­tung und Belüf­tung . Im Zentrum des Büros sind die die­nen­den und kom­mu­ni­ka­ti­ven Zonen angeordnet.

Möblierung

Die gesamte Möblie­rung des Büros wurde indi­vi­du­ell geplant und größ­ten­teils mit einem Tisch­ler hand­werk­lich umge­setzt. Die Regal­mö­bel sind auf­grund der erfor­der­li­chen Raum- und Sitz­platz­tie­fen zwi­schen den Arbeits­plät­zen als ein platz­spa­ren­des Regal­sys­tem kon­zi­piert, welches von beiden Seiten aus bestückt werden kann. Als Mate­rial wurden HPL beschich­tete Mul­ti­plex Platten ver­wen­det. Diese sind auf ein ein­heit­li­ches Ras­ter­maß zuge­schnit­ten und können über ein Steck­sys­tem zu einem Regal ver­bun­den werden. Die Ver­bin­dun­gen sind rever­si­bel, somit kann das Regal jeder­zeit wieder abge­baut werden. Die erfor­der­li­chen Rück­wände zur Aus­stei­fung des Sys­tem­re­gals werden leicht ver­setzt ein­ge­scho­ben, dadurch können diese mit akus­tisch wirk­sa­men Ober­flä­chen kaschiert werden. Das Regal kann hand­werk­lich oder indus­tri­ell gefer­tigte Schub­käs­ten sowie kon­ven­tio­nelle Ord­ner­sys­teme indi­vi­du­ell aufnehmen.

Bestand

Das Gebäu­de­en­sem­ble aus den Sieb­zi­ger Jahren ist auf einem ortho­go­na­len Raster auf­ge­baut. durch Ver­sätze ergeben sich mit Vor- und Rück­sprünge zum Stadt­raum. In den Rück­sprün­gen sind Auf­ent­halts­mög­lich­kei­ten mit Sitz­ge­le­gen­hei­ten und klei­nere Grün­räume ange­ord­net. Vor­ge­hängte Beton­ele­mente erzeu­gen durch abge­win­kelte Formen stark geo­me­tri­sche und plas­ti­sche Fas­sa­den­struk­tu­ren. Die ursprüng­li­che Fassade des umge­bau­ten Objek­tes war durch die Fens­ter­for­mate und Formen ähnlich bewegt, im Zuge des Umbaus mussten die Fenster jedoch ersetzt und die Fassade beru­higt werden.


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